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Car Sharing Test: MILES (drive by)

Mehr Vielfalt in Hamburg: Nach Berlin startet MILES (bisher bekannt als drive by) seit 2018 in der Hansestadt durch. Zum Start fuhren neben 125 Hybrid-Fahrzeugen von Toyota (Yaris und CH-R) auch 25 VW-Transporter (Crafter und T6) durch die City. Im Hybrid-Crossover-SUV liefen Klimaanlage, Sitz- und Lenkradheizung; umweltschonende Elektromobilität war das also nicht. Mittlerweile wurde die Flotte ausgetauscht, das Thema “Hybrid” ist damit erstmal ganz vom Tisch.

Das macht Spaß

  • Free Float: Flotte im gesamten Geschäftsgebiet verteilt
  • Abrechnung nach Kilometern statt Minuten: macht die Fahrt gleich viel entspannter
  • Auch für Führerschein-Neulinge (erste 12 Monate nach Führerscheinerwerb; erhöhte Gebühren)
  • Nächst höheres Paket wird automatisch gebucht, sobald es günstiger ist
  • 1 Cent/Kilometer wird an eine soziale Einrichtung gespendet

Das macht keinen Spaß

  • Für Free Float ist die Flotte aktuell tatsächlich noch viel zu klein
  • Fahrzeug lässt sich nur über die App (oder notfalls per Hotline) verschließen. In der Supermarkt-Tiefgarage könnte beides spannend werden.
  • Der Anbieter firmiert gerade von drive by zu MILES um. War der Name vorher verwechselbar, ist er nun… nunja.
  • “Mit drive by fährst du stressfrei durch Berlin” hieß es in der Bestätigungs-E-Mail, die nach Fahrtende verschickt wurde. Merkwürdig nur, dass die Fahrt in Hamburg stattfand und der Anbieter dort ja eigentlich gleich unter dem Namen “MILES” an den Start ging. Gerade für neue Kunden ist das alles noch sehr verwirrend, aber die Anpassungen werden sicher in Kürze folgen.

Kosten

Fahrzeugkategorie Basis-Tarif 6h-Tarif (inkl. 75 km) 24h-Tarif (inkl. 150 km)
S+M0,89€ je km35€59€
L1,19€ je km59€99€

Stand 12.11.2019.

Parkminuten sind im Paketpreis bereits enthalten. Zusatzkilometer 0,29€. Zusatzkilometer werden nur so lange berechnet, bis der nächst höhere Tarif günstiger ist.

Selbstbeteiligung im Schadenfall: 1.000 € (für Führerschein-Neulinge 2.500 €)

Unternehmen

MILES wurde im September 2016 als drive by in Berlin gegründet und startete dort am 1. Mai 2017 mit den Marken Audi und Fiat – über den Fahrzeugtyp wurde auf Facebook abgestimmt – das klingt nach echter Community. In Hamburg waren erst nur Hybrid-Toyota und VW-Transporter im Einsatz, mittlerweile ist die Flotte durch die Modelle VW Polo, Audi A1, Fiat 500, Audi A3 Sportback, Audi A3 Limousine, VW Gold Variant sowie VW T, Renault Master und VW Crafter ausgetauscht worden.

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Usage Share of Internet Browsers 1996-2019

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Car Sharing Test: Sixt Share

Screenshot aus der App

Vor einigen Wochen hat Sixt quasi über Nacht die Städte Berlin und Hamburg zugeparkt. Die ehemaligen Anteilhaber von DriveNow haben sich im Handumdrehen selbst verwirklicht. Das Spannende: Die Fahrzeuge können auch in anderen Geschäftsgebieten und bundesweit an jeder Sixt-Station zurückgegeben werden. Sie sind äußerlich nicht wild beklebt, sondern lediglich mit einem dezenten Aufkleber beklebt worden. Die Flotte reicht vom VW Passat über Golf Kombi bis zum Škoda Octavia: Es wirkt, als habe Sixt hier dem Volkswagen-Konzern gleich alle Diesel-Ladenhüter auf einen Schlag abgenommen.

Carsharing kostet uns praktisch nichts. […] Zu sehr überschaubaren Kosten können wir jedes Mietauto mit Telematik ausstatten. Wir werden einen sehr großen Teil unserer Flotte damit ausrüsten.

Erich Sixt

Das macht Spaß

  • Free Float: Flotte im gesamten Geschäftsgebiet verteilt
  • Rückgabe in anderen Sixt-Share-Städten möglich (gegen Aufpreis)
  • Rückgabe an jeder Sixt-Station bundestweit möglich (gegen Aufpreis)
  • Gedeckelter Tagestarif, 200 km inklusive
  • Registrierung und Buchung laufen unkompliziert über die App, Schlüssel liegt im Handschuhfach

Das macht keinen Spaß

  • Viele Diesel-Kombis, für die städtischen Kurzstrecken tendenziell unattraktiv
  • Dynamische Preisgestaltung, variabel nach zeitlicher und örtlicher Nachfrage
  • Reservierung nur für 15 Minuten kostenlos

Kosten

Die Preise beginnen bei 0,19 €/Minute, gestalten sich aber je nach Nachfrage. Zum Zeitpunkt, in dem dieser Artikel verfasst wurde, war kein Angebot unter 0,30 €/Minute zu finden, der Großteil lag bei 0,32 €/Minute. Die Anmeldung ist gerade im Rahmen einer Aktion kostenfrei, soll später bei 19 € liegen.

Selbstbeteiligung im Schadenfall: 950 €
Stand: 08.04.2019

Unternehmen

Die SIXT SE mit Sitz in Pullach bei München ist einer der international führenden Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen. Die Produkte SIXT rent (Autovermietung), SIXT share (Car Sharing) und SIXT ride (Fahrdienste/Taxi) können über eine einzige App gebucht werden. Das Unternehmen ist in rund 110 Ländern weltweit präsent.

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Car Sharing Test: Greenwheels

Vom kleinen roten Flitzer bis zum großen roten Kombi oder zum praktischen roten Kombi: Die Fahrzeuge von Greenwheels stehen verteilt im Stadtgebiet auf festen Stellplätzen, gebucht wird für eine vorher definierte Entleihzeit. Die Fahrzeuge verfügen über keine schicke Softwareanpassung, sondern ein funktionales Terminal im Handschuhfach, das Fahrzeugschlüssel und Tankkarte freigibt. Manchmal kann’s so einfach sein.

Das macht Spaß

  • Feste Stellplätze = i.d.R. freier Parkplatz
  • Fahrzeug sauber und gepflegt
  • Defekter Schließmechanismus am Sicherheitsgurt der Rückbank wurde telefonisch reklamiert und eine zügige Reparatur versprochen. Bei erneuter Miete eine Woche später war die Reparatur bereits erfolgt.

Das macht keinen Spaß

  • Website und App wirken unaufgeräumt
  • Anmeldeprozess unsauber aufgesetzt; Status der Anmeldung bis zum Abschluss unklar. Hier sollen Führerscheindokumente als Foto per E-Mail eingereicht werden, dort per Video-Ident-Verfahren. Irgendwann ist dann plötzlich und unerwartet Post im Briefkasten und es kann doch noch losgehen. Puh!
  • Fahrzeug ließ sich nicht per App schließen, Schließung erfolgt nach einigen Minuten dann aber per Karte. Und siehe da: Das Auto öffnete sich einige Minuten später wieder ganz von allein – es scheint also nur ein neutrales “Schließen“-Signal gesendet zu werden; egal in welche Richtung. Das Verschließen per App ist also keine Option, wenn man nicht auf der Suche nach Ärger ist.
  • Kosten für Zeit und Kilometer werden u.U. mit viel Zeitversatz auf zwei unterschiedlichen Rechnungen in Rechnung gestellt. Das macht’s unübersichtlich und führte bei den ersten beiden Abrechnungen auch prompt zu groben Fehlern.

Kosten

Fahrzeugkategorie Tarif „Basic“ Tarif „Komfort“ (10€/Monat) Tarif „Aktiv“ (25€/Monat)
Stadtauto (Volkswagen up!) 2,49€ pro Stunde
0,99 € pro Stunde (nachts)
Tag: 39€
Wochenende: 59€
Woche: 119€
Benzin: 0,30€ je km
1,99€ pro Stunde
0,79 € pro Stunde (nachts)
Tag: 29€
Wochenende: 49€
Woche: 109€
Benzin: 0,27€ je km
1,49€ pro Stunde
0,49 € pro Stunde (nachts)
Tag: 19€
Wochenende: 39€
Woche: 99€
Benzin: 0,24€ je km
Kombi (Volkswagen Golf Variant) 4,49€ pro Stunde
0,99 € pro Stunde (nachts)
Tag: 49€
Wochenende: 79€
Woche: 139€
Benzin: 0,35€ je km
3,59€ pro Stunde
0,79 € pro Stunde (nachts)
Tag: 39€
Wochenende: 69€
Woche: 129€
Benzin: 0,32€ je km
2,69€ pro Stunde
0,49 € pro Stunde (nachts)
Tag: 29€
Wochenende: 59€
Woche: 119€
Benzin: 0,29€ je km
Lieferwagen (Volkswagen Caddy)

Stand 22.10.2018. Selbstbeteiligung im Schadenfall: 1.000 € (kann mit einer Zahlung von 6€ pro Monat auf 200€ gesenkt werden)

Unternehmen

Greenwheels hat bereits eine lange Geschichte: 1988 in Berlin als StattAuto gegründet, ist Greenwheels heute Teil der CollectCar B.V., einem Konsortium aus der Volkswagen Financial Services AG und dem niederländischen VW-Importeur und Mobilitätsanbieter Pon Holdings B.V.

Deutschlandsitz ist Dortmund.

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Car Sharing Test: Oply

Im März spülte der Anbieter 100 Autos auf Münchens Straßen, seit Oktober gibt es Oply nun auch in Hamburg. Zum Start stehen dort ebenfalls 100 Fahrzeuge in 44 “Nachbarschaften” bereit, in vier Fahrzeugkategorien: Stadtauto, Familienfahrzeug, Transporter und Roadster. Gebucht wird per App, die fungiert (per Bluetooth-Verbindung) auch gleich als Autoschlüssel. Tipp: Wenn irgend etwas hakt, einfach mal per App ab- und wieder aufschließen.

“Oh, den Startups sind offenbar die coolen Namen ausgegangen!” (ein Passant)

Das macht Spaß

  • Durch “Nachbarschaften” tolle Abdeckung (in den Ballungsgebieten)
  • Geringe Selbstbeteiligung
  • Von innen ein sauberer Neuwagen, solide Ausstattung, sparsam im Verbrauch

Das macht keinen Spaß

  • Das Nachbarschaftsprinzip ist zugleich der größte Knackpunkt: Die Fahrzeuge dürfen nämlich nur in ihrer jeweiligen “Nachbarschaft” zurückgegeben werden, also den ihnen zugewiesenen Teilen eines Stadtbezirks. Die Jungfernfahrt wurde so gekrönt von einer Parkplatzsuche am Sonntagabend, die einer Lotterie glich: gekrönt von einem Zufallstreffer in der letzten Mietminute. Der telefonische Kundenservice signalisiert jedoch, dass bei der Flex-Buchung automatisch 5 Minuten “Puffer” je Miete für die Parkplatzsuche berücksichtigt werden, und man Mietern mit großen nachvollziehbaren Parkplatzschwierigkeiten auch rückwirkend entgegen kommen kann, da der Betrag erst nach vier Tagen eingezogen würde. Das kann ja lustig werden, die Mitarbeiter im Callcenter sollten sich auf hitzige Diskussionen einstellen.
  • Das Fahrzeug (Ford Focus) war von außen sehr verdreckt, die Flotte wird also wohl nicht so intensiv betreut wie bei Mitbewerbern.

Kosten

Fahrzeugkategorie Tarif „Flex“ Tarif „Plan“
City & Family (Ford Fiesta, Ford Focus) 6€ pro Stunde 45€ pro Tag 35€ für 12 Stunden
Sport & Transport (Mazda MX5, Renault Trafic) 9€ pro Stunde 75€ pro Tag 59€ für 12 Stunden

Benzin bis 150 km ist pro Buchung enthalten, darüber hinaus fallen 0,15€ pro Kilometer an. Selbstbeteiligung im Schadenfall: 300€

Unternehmen

Hinter dem Unternehmen Oply und seiner Holding ExaMotive aus Luxemburg stehen erfahrene Investoren: Der chinesische Automobilkonzern SAIC, das Investmentunternehmen Sailing Capital und Privatinvestoren aus Luxemburg. Geleitet werden die Deutschlandaktivitäten von Geschäftsführerin Katharina Wagner (zuvor Head of Business Development by car2go), CEO und Gründer von ExaMotive ist der Unternehmer und Mobilitätsexperte Mauro Mariani.

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